Geschichte der Mühle

Eine Balkeninschrift von 1899 zeugt wahrscheinlich von einer Erneuerung der einmaligen Holzkonstruktion, die der Nachwelt - so meinen nicht nur viele Woriner - erhalten werden muss. Seit 1940 wurde die Mühle mit einem Elektroantrieb betrieben. Sie war bis 1970 voll funktionsfähig.

Jetzt klappert die Woriner Mühle nicht mehr: Einerseits, weil der Mühlenbach, die Lösnitz, umverlegt wurde. Zum anderen ist die Sanierung der ansonsten gut erhaltenen Mühlenanlage dringend erforderlich. Nur so kann der weitere Verfall des herrlichen Bauwerkes aufgehalten werden.

In dieser ursprünglichen Wassermühle ist die kulturhistorische Verbindung von Eisen und Holz noch anschaulich erlebbar. Das Mühlenhaus hat drei Arbeitsebenen, die durch Stock- und Steckengetriebe sowie Wellen und Transmissionen, durch Schächte und Schnecken miteinander verbunden sind. Die gut erhaltenen Holzkonstruktionen, als technische Pionierleistung erkennbar, sind faszinierend.

 

Bedeutende Jahreszahlen in der Mühlengeschichte:

1389 Lehnsherr: ...bis 1389 Steinkeller über die Bede von der Mühle
1399 von Beerfelde (verfügt) über Gut, Hof, Schäferei und 3 Gefilde Acker, 18 wüste Hufen, 1 Mühle
1624 1 Müller hat ein Rad
1633 1 Müller
1654 Ritterhufen gebraucht der von Hohendorff, 1 Kossätenhof, die übrigen 5 liegen wüst; 1 Schäfer; 1 Müller
1666 1 Müller
1687 1 Wassermühle
1711 1 Pachtmüller
1715 hat der Pfarrer gar keinen Acker. Er bekommt an Korn von der Herrschaft 1 Wispel, 6 Scheffel und 2 Scheffel aus der Mühle. Der Küster hat vom Hof 8 Scheffel und vom Müller 2 Viertel.
1734 1 Müller
1745 1 Wassermühle mit 1 Gang
1772 1 Müller
1801 2 Ganzkossäten, 6 Büdner, 2 Einlieger, Schmiede, Krug, Wassermühle Einwohner: 106 (13 Feuerstellen)
1818 Adliges Dorf und Vorwerk, 12 Feuerstellen, Woriner Mühle (Wassermühle), 1 Feuerstelle; Einwohner: 103 und 9 (Woriner Mühle)
1825 1 Wassermühle (einzeln liegend)
1864 1 Wassermühle
1899 Balkeninschrift nach Rekonstruktion
1900 1 Getreidemühle
1914 käuflich durch den Müller Handke erworben
1940 mit Elektroantrieb betrieben
1960 seit dem Jahr wird nur noch geschrotet
1985 an die Gemeinde verkauft
1994 die durchgeführten Baumaßnahmen an Dach und der Balkenkonstruktion verhindern den weiteren Verfall

"Von Ruten, Mandeln und einem Fuder Mist"

im gerahmten Bild (in der Woriner Mühle) steht folgende Hilfe zum Verständnis der Maße:

  • 1 Rute = 12 Fuß = 5 Schritte = 3,756m

  • 1 preuß. Elle = 25,5 Zoll = 0,66m

  • 1 Wispel = 24 Scheffel = 1319 l

  • 1 Scheffel Weizen = 42,15kg

  • 1 Fuhre = 32 Scheffel

  • 1 Zentner = 5 schwere oder 10 leichte Steine = 110 Pfund

  • 1 Pfund = 467,79g

  • 1 preuß. Morgen = 25,532 AR

  • 1 Fuder Wein = 12 Eimer = 824,4 l

  • 1 Dutzend = 12 Stück

  • 1 Mandel = 15 Stück

  • 1 Schock = 60 Stück

  • 1 Thaler = 24 Groschen = 288 Pfennige